Fleischhacker250 Grabsteine, dutzende Kopfmedaillons, Figuren und Skulpturen schuf Leopold Fleischhacker in seinen ca. 40 Jahren kreativen Schaffens. Ob für wohlhabende Privatleute, jüdische Gemeinden oder im öffentlichen Auftrag, wie die Arbeiten für das Amts- und Landgericht in Düsseldorf oder das Rathaus in Oberhausen: Fleischhacker war ein gefragter Kunstwerker.

1882 im beschaulichen Felsberg an der Eder geboren, verschlug es den jungen Hessen zur Jahrhundertwende an die Kunstgewerbeschule in Düsseldorf. Nebenher genoss Jakob Fleischhacker eine praktische Ausbildung in einer Düsseldorfer Stuckwerkstätte, bevor er sein zweijähirges Studium an der Kunstakademie in Berlin 1905 mit dem renommierten Rom-Preis krönte.


In den Folgejahren nahm Fleischhacker an zahlreichen Wettbewerben und öffentlichen Ausschreibungen Teil. Neben Aufträgen von jüdischen Gemeinden wollten auch immer mehr jüdische Privatpersonen die Künste des ehemaligen Lehrlings von August Bauer in Anspruch nehmen.


FleischhackerFleischhackers Arbeit besticht zum einen aus einer Verbindung vieler verschiedener Einflüsse, wie etwa der des Art Decó, des Jugendstils oder aber der Neuen Sachlichkeit. Zum anderen gelang es Fleischhacker, wie kaum einem anderen, schlichte Typografie mit außergewöhnlichen Grabsteinformen zu verbinden. Gerade wohlhabendere jüdische Familien wollten ihren Anspruch auf Gleichberechtigung und ihr bürgerliches Selbstbewusstsein unter anderem durch die Anlehnung an den Habitus des christlichen Bürgertums als auch repräsentativen Prunk und Protz unterstreichen. Hierzu gehörte auch eine entsprechende Familiengruft, welche den Status der Familie in der jüdischen Gemeinde, aber auch als integraler Bestandteil der Gesellschaft widerspiegeln sollte. So schuf Leopold Fleischhacker im Laufe seines Lebens ca. 250 Grabsteine von denen über 100 auf dem alten Friedhof an der Ulmenstraße und dem Neuen Friedhof zu finden sind.

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